Montag, 10. April 2017

[Haarbande] DIY - Veganer Spitzenbalsam



Unser heutiges Thema ist Do It Yourself für Haarprodukte! Darauf hatte ich mich schon lange gefreut! Schon seit einiger Zeit versuche ich nämlich, einen veganen Ersatz für meine heiß geliebte Brustwarzensalbe zu finden, die nämlich nicht vegan ist (Lanolin). Meine Idee war daher, einen Spitzenbalsam einfach selbst zu machen. Die ersten Versuche waren nicht so zufriedenstellend, aber letztendlich ist es mir doch gelungen. Fun Fact: Vor fast genau einem Jahr habe ich euch mein erstes DIY Produkt für die Haare gezeigt, das Protein Leave-In!


Brustwarzensalbe (BWS) besteht meist aus 2-5 pflanzlichen Ölen und Lanolin, konserviert wird mit Vitamin E (Tocopherol). An und für sich war ich damit immer zufrieden. Natürlich kann man Lanolin nicht wirklich ersetzen, aber ich dachte, ein reichhaltiger Balsam mit den richtigen Inhaltsstoffen für meine Haare wird es auch tun. Legen wir also los!


Anwendung

Ich verwende den Spitzenbalsam genau so, wie ich es auch mit der BWS getan habe: Nach der Wäsche als Leave-In, bei Bedarf nur in die Spitzen, im Winter zum Schutz gegen das Reiben an Kragen/Mantel in die Nackenhaare, nach dem Zopf flechten über den Zopf streichen usw... Die Einsatzmöglichkeiten sind zahlreich. Da der Balsam nicht ganz so klebrig ist wie die BWS, kann man sich auch eine winzige Menge vor dem Flechten in den Handinnenflächen verstreichen. Ich bekomme so bessere Griffigkeit und die Flechterei bleibt besser an Ort und Stelle.
Theoretisch kann man den Balsam überall verwenden. Ich gebe ihn meist jedoch nur in die Spitzen, außer eben beim Flechten. Hier müsst ihr einfach mal ausprobieren, was für euch am sinnvollsten ist.




Zutaten

4g Shea Nilotica
2g Brokkolisamenöl
2g Avocadoöl
2g Beerenwachs
1 Tr. Antiranz
ggf. Parfümöl
Gefäß nach Wahl

Ich konserviere jedes Produkt, das dafür geeignet ist, nach dem Öffnen mit Antiranz, vor allem bei Ölen. Hier habe ich es auch eingesetzt. Die Inhaltsstoffe sind Tocopherol, Lecithin, Ascorbyl Palmitate, Glyceryloleate, Glyceryl stearate und Citric acid. Also alles unbedenklich für die Haare!

Man kann natürlich auch andere oder mehr Öle nehmen. Viele nehmen für die Haare gerne Olivenöl oder Jojoba, meine Haare mögen das aber nicht sonderlich. Daher fiel meine Wahl natürlich auf Brokkolisamenöl und Avocadoöl. Von dem Brokkolisamenöl habe ich euch schon mal vorgeschwärmt, nämlich in der Haarbande Low Budget Ausgabe
Damit das Ganze nicht zu flüssig wird, arbeite ich nicht nur mit einer buttrigen Konsistenz, nämlich Sheabutter, sondern setze auch Wachs ein. Die Shea Nilotica habe ich übrigens genommen, da sie sehr viel weicher als normale Sheabutter ist und dazu noch sehr angenehm riecht ;) Als Wachs wird normalerweise Bienenwachs genommen. Da es aber vegan sein soll, empfiehlt sich der Einsatz von veganen Wachsen. Meines ist Beerenwachs (Rhus Verniciflua).
Ich verwende bei selbstgerührten Dingen meist geleerte Gefäße von gekauften Produkten. Da ich aber tatsächlich nichts leeres zur Hand hatte, habe ich ausnahmsweise mal eine schicke schwarze Dose gekauft.
Wer es eher cremig als pastös möchte, verringert einfach den Anteil an Beerenwachs. Ich habe es absichtlich höher dosiert, da ich dann die Menge gezielter entnehmen kann und nicht überdosiere. Zudem ergibt sich so meiner Meinung nach eine besser schützende Masse, die sich um das Haar legt. Achtung: Mein hier verwendetes Shea Nilotica von Behawe ist sehr cremig - wenn ihr also "normale" und festere Sheabutter nehmt, müsst ihr den Beerenwachs-Anteil auf jeden Fall verringern.


Anleitung

Zu allererst: Generell empfiehlt es sich, selbst gerührte Produkte zu konservieren, sie kühl zu lagern (manches sogar nur im Kühlschrank) und bei allem kleine Mengen produzieren. Selbst wenn ihr alles gründlich abkocht oder sterilisiert, sauber arbeitet und auf frische Inhaltsstoffe achtet, erreicht man niemals Laborbedingungen.

Als erstes wird das Wachs geschmolzen. Wenn es schon am schmelzen ist, gebe ich die Sheabutter hinzu und warte, bis sich beide Bestandteile verflüssigt haben. Zu diesem Zeitpunkt gebe ich das Öl hinzu. Nun wird alles gut verrührt und dann unter Rühren abkühlen lassen. Ihr könnt es natürlich auch unberührt abkühlen lassen, aber dann wird evtl. die Sheabutter etwas krisselig. Sobald alles abgekühlt ist und beginnt fest zu werden, könnt ihr die Beduftung hin zu geben und am Ende das Antiranz. Vom Parfümöl habe ich hier 5 Tropfen genommen, aber das war dann doch etwas zu viel für die Menge.
Generell bin ich kein Fan von Düften, aber in den Haarlängen schadet das absolut nicht. Es geht aber auch einwandfrei ohne, der Duft ist eher was für die Nase und das Wohlbefinden - meine ersten Versuche waren auch alle ohne Duft ;)
Sobald der Balsam beginnt zähflüssig zu werden, wird er in das Gefäß umgefüllt. Am besten eignen sich hierfür kleine Dosen, je flacher desto besser. Ich finde die flachen Metalldosen von Burt's Bees am besten, aber die sind schon alle "belegt".
Hinweis: Wenn ihr die richtige Beduftung nehmt, riecht es hinterher wie Weihnachten und Plätzchen - also nicht eure Haare aufessen :D




Ausblick

Das nächste Thema wird "Silikon oder kein Silikon?" sein und am 10. Mai veröffentlicht. Es geht natürlich um Silikon in der Haarpflege ;) Die anderen Beiträge findet ihr wie immer auf Haarbande, schaut doch mal rein!


Wie findet ihr die Idee? Benutzt ihr auch so gerne einen Spitzenbalsam wie ich? Und was verwendet ihr dafür? Oder würde es euch reizen, mein Rezept nachzubasteln? Was habt ihr denn schon selbst gefertigt?


Eure



Kommentare:

  1. Danke für das tolle DIY! :) Klingt super.

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    1. Gerne! Für mich ist es so wirklich eine super Lösung geworden und ich muss die BWS gar nicht vermissen :)

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  2. Der Spitzenbalsam klingt wirklich toll und ungemein pflegend für die Haare! Ich habe noch eine uralte Tube BWS bei mir herumliegen, die ich noch aufbrauchen möchte. Dann werde ich Deine Kreation aber gerne mal ausprobieren. :-)
    Liebe Grüße,
    Meike

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    1. Ja ich brauche meine letzte Tube auch gerade auf. Das zeug hält sich ja ewig bei mir und da ich damals gleich zwei Tuben (DM und Rossmann) zum Vergleich geholt hatte, zieht sich das Aufbrauchen natürlich. Aber ich persönlich finde meinen Balsam jetzt auch nicht schlechter, auch wenn man es natürlich aufgrund des fehlenden Lanolins nicht als 1:1 Nachbau sehen kann.

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  3. Ich habe hier noch eine Tube BWS...sollte ich mir mal in die Haarspitzen schmieren^^

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    1. Noch nie dafür probiert? Dann wird es Zeit! ;) Da kann man viel mit machen - Lippenpflege, eingerissene Mundwinkel, schuppende Nase bei Erkältungen, Haarpflege usw. Nur für den eigentlichen Zweck habe ich sie tatsächlich noch nie verwendet :D

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  4. Liebe Valandriel,
    klingt nach einem tollen Balm für die Haare, vielen Dank für das Rezept (: .
    Ich wasche derzeit Water Only, weshalb meine Haare ganz gut gepflegt sind, aber in den Spitzen brauche ich dennoch ab und an etwas Zusatzpflege. Ich nehme derzeit Jojobaöl, aber dein Rezept werde ich für die nächste Selbstrühr-Aktion im Hinterkopf behalten (: .
    Liebe Grüße.

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    1. Ja, oben benötige ich auch kaum Pflege, aber die Spitzen sind aufgrund meiner Länge schon sehr pflegehungrig. Dafür finde ich einen solchen Balsam perfekt! Berichte dann doch bitte, wenn du den Balsam mal probiert hast :)

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