Donnerstag, 14. Juli 2016

Rote Haarfarbe im Portrait (2) : Esther Tol Rot Extra Stark


Heute gibt es endlich einen weiteren Teil zu meiner Haarfarbenreihe! Ich möchte euch nämlich nach und nach verschiedene Haarfarben zeigen. Alle sind tierversuchsfrei und das meiste Direktzieher. Der letzte Beitrag erschien im März über die Accent Schaumtönung Granat. Heute handelt es sich allerdings um Henna, genauer Esther Tol Rot extra stark.


Fakten

Esther Tol Rot Extra stark
85g
4,95 - 6,20€ je nach Quelle
IHTK Siegel
vegan
ohne Tierversuche

Das sagt der Hersteller

"Für wunderschönes, kräftiges und glänzendes Haar: Ein intensiv rot färbendes HennaColor Pulver, wirkt bei dunklem Haar kastanienrot. Ergrautes Haar wird zuverlässig abgedeckt. Nach jeder Pulverkur empfiehlt sich die Verwendung von Henna Kur Balsam."

Inhaltsstoffe

Henna (Cassia Obovata Leaf Powder), Sodium Picramate


Meine Meinung

Vorweg: es gibt von Esther Tol drei verschiedene Rottöne! Naturrot (Lawsonia Inermis Leaf Powder), Rot Extra Stark und Rot verstärkt (Cassia Obovata Leaf Powder, Sodium Picramate).
Naturrot ist einfach ganz normales Henna und die anderen beiden Töne sind Cassia mit Picramaten. Inwieweit sich verstärkt und extra stark unterscheiden habe ich auch noch nicht herausgefunden, denn auch die Inhaltsstoffe auf der Packung selbst geben keine weitere Infos und eine Anfrage beim Hersteller gab auch keine exakte Auskunft. Ich vermute, die Anteile fallen einfach unterschiedlich aus.

Die Färbung geschieht hier in meiner Version mit Picramaten, die Rot färbende Eigenschaften haben. Das Cassia (farblos) ist als reine Pflege beigegeben, denn dies färbt nicht.

Zum Thema Picramate, diese entstehen aus Pikraminsäure (Pikrinsäure, C6H4N3NaO5) und sind synthetische Farbverstärker. Sobald man anfängt, Sodium Picramate zu googeln, wird es lustig, denn überall liest man über erbgutveränderne Eigenschaften. Fakt ist: das ist eine reine Vermutung und weder bewiesen noch fest widerlegt. Ich denke einfach, dazu gibt es kaum wissenschaftlich fundierte Untersuchungen und demnach stößt man auch als Laie kaum auf handfeste Fakten.
Das, was ich gefunden habe, lässt mich zum Entschluss kommen, dass es bei geringer Dosierung in Haarfärbemitteln kein Risiko darstellt. Und seien wir mal ehrlich: sonst wäre das Zeug doch schon längst vom Markt verschwunden...
Wer sich dafür interessiert, der möge sich die Quelle von folgendem Zitat anschauen:
"Based on the data provided, the SCCS is of the opinion that the use of picramic acid/sodium picramate with a maximum on-head concentration of 0.6% in non-oxidative hair dye formulations does not pose a risk to the health of the consumer. For a final assessment of the use of picramic acid/sodium picramate in oxidative hair dye formulations, data on the stability in an oxidative environment should be provided"
(Scientific Commitee on Consumer Safety, Quelle

Die Anwendung von Henna ist keine einfache Sache. Zum einen gibt es Millionen von Möglichkeiten, das Henna anzurühren und zum anderen lässt man es je nach Sorte locker mehrere Stunden einwirken. Ich bin folgendermaßen vorgegangen:
    • Henna mit starkem heißem Schwarztee angerührt, Beigabe von 1TL Zucker und ein Schuss Zitrone, über Nacht ziehen lassen
    • Ich habe die Mischung sehr flüssig angerührt, damit es nicht so bröckelig-pastös wird und ich mit einer Packung alles färben kann
    • Auftragen mit einem Färbepinsel und Handschuhen auf das feuchte Haar nach einer Haarwäsche
    • Danach alles mit Alufolie und ggf. Handtuchturban (schwarzes Handtuch ist empfehlenswert) umwickeln
    • Einwirkzeit war bei mir gute 2 Stunden
    • Danach auswaschen, ich habe sehr (!) lange nur mit Wasser gespült und lediglich etwas Spülung in die Längen gegeben
Ich habe selbst gefärbt und daher sicherlich nicht alle Stellen am Hinterkopf so 100% erwischt, aber dennoch hat alles geklappt. Dennoch muss das Bad danach geputzt werden, denn es fallen einfach ab und an Bröckelchen auf den Boden, das Waschbecken und einfach überall hin. Das ist je nach Hennasorte unterschiedlich, aber meins war jedenfalls nicht so mega fein gemahlen, dass es ohne Sauerei klappt.

Nach dem Färben und vor der ersten Wäsche

Die Haare fühlen sich nach Henna / Cassia und sonstigem einfach anders an, am besten lässt sich das Gefühl mit griffig beschreiben. Je nach Haartyp kann es etwas austrocknen, daher muss man einfach probieren. Ich habe keine austrocknende Wirkung bemerkt, aber ich habe auch gleich wie nach jeder Färbung nachgepflegt. Zudem ist das Gefühl einfach anders als bei einer normalen Färbung, da fühlt sich das Haar anders an und wird auch entsprechend strapaziert.

Esther Tol fand ich schonender als Tönungen mit viel Alkohol oder Färbungen mit Wasserstoffperoxid. Viele sind zudem langfristig begeistert von der Pflegewirkung von Cassia. Die Sodium Picramate haben keinerlei Auswirkungen auf das Haar selbst, wenn ihr mit dieser Farbe nicht klar kommt, liegt das also am Cassia! Meine Haare waren allerdings sehr trocken danach, da ich weder Shampoo benutzte, nicht alle Überreste vom Henna entfernt bekam und das eben das Kämmen danach sehr sehr schwer machte. Das hat sich bei der Wäsche darauf komplett gelegt und bis auf mehr Griffigkeit war alles wieder im Lot.

Die Ergiebigkeit von Esther Tol kann man sehr leicht selbst beeinflussen. Da kommt es einfach darauf an, wie fest oder flüssig ihr die Pampe anrührt ;) Ich kam mit der 85g Packung exakt für alle Haare hin (Länge 101cm, Zopfumfang ca. 8cm). Weniger hätte es aber auf keinen Fall sein dürfen und noch flüssiger anrühren wäre nicht gegangen.

Ansatz nach dem Färben mit komischer Frisur zum Beurteilen des Farbverlaufs

Tipp:
Darauf achten, dass jede Stelle wirklich gut von Farbe bedeckt ist, sonst wird das Ergebnis fleckig, das geschieht hier schneller als bei Directions und co.

Die Haltbarkeit...Henna soll sich ja um das Haar lagern und nur bis zu einem gewissen Teil wieder auswaschen. Nach der ersten Wäsche war die Farbe minimal orangestichiger als zuvor, aber hauptsächlich am Stirnansatz an meinen sehr hellblonden Schläfen-Strähnchen.
Das Duschwasser blieb noch einen Monat lang leicht ockerfarben, danach waren nur noch minimale Farbspuren im Wasser.
Mit der Zeit hat sich die Farbe auch nicht ausgewaschen, sondern lediglich etwas aufgehellt. Jetzt nach genau zwei Monaten ohne Nachfärben / Tönen (ja, so sieht mein Ansatz schon wieder aus) ist die Farbe immer noch deutlich erkennbar und man sieht am Ansatz, dass auch schon ein Stück heraus gewachsen ist.
Es kann je nach Henna aber passieren, dass man erst mehrfach färben muss, damit die Farbe hält. Vielleicht hält sie bei mir so gut, da ich ja gerade in den Längen zig Schichten an Tönungen drin habe und irgendwo in den Längen noch klassische Färbeüberreste.

Bewertung

blubb!
Ja, ich mag das "Henna". Es ist auch preislich in Ordnung und ich komme mit einer Packung hin. Will allerdings erst noch Bestände leeren (Direktzieher und Radico Henna). Danach kaufe ich es vielleicht nochmal!


Färbt ihr eure Haare? Wenn ja, mit was? Und kennt ihr Esther Tol schon?


Eure



Kommentare:

  1. Deine Bewertung ist niedlich :D blubb!
    Das Henna klingt toll, ich werde es mal einer Kollegin weiter empfehlen - das wird es ja sicherlich noch in anderen Tönen außer rot geben, oder?
    Ich selber habe mal überlegt meinem Blondton Nuancen mit Henna zu geben, trau mich aber so gar nicht. Am Ende wird es so Gelb wie auf der Verpackung und darauf hab ich wenig Lust.

    Dein Ton sieht toll aus - aber das hörst Du sicherlich immer wieder!

    Grünste Grüße

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    1. Von esther tol gibt es blond, schwarz, braun und eben diese 3 Rottöne. Blond und Henna ist so eine Sache. Kann gut gehen und schöne Reflexe geben, kann aber auch einfach nur karottig werden. Gelb bei Henna habe ich allerdings noch nicht vernommen.
      Bei Blond kann ich dich leider nicht beraten. Vllt. stöberst du mal via Google und Langhaarnetzwerk?

      Danke dir! Und ja, das höre ich öfters, aber macht nichts ;)

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    2. Danke für den Tipp. Das mache ich auf jeden Fall mal :)

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