Donnerstag, 19. Mai 2016

[DIY] Reinigungsöl - Ein würdiger Ersatz für gekaufte Produkte?



Momentan ist ja das Balea Reinigungsöl, welches ausgelistet wird, in aller Munde. Ich verstehe auch nicht, wieso ein so gutes und mildes Produkt ausgelistet wird, aber scheinbar war die Nachfrage zu gering. Ottonormalverbraucher wählt seine Produkte dann wohl doch eher nach Duft aus, schade...
Ich habe es sehr gerne abends verwendet, siehe Review hier, denn es hat wirklich alles herunter geholt, selbst Sonnencreme und Makeup. Daher habe ich abends statt meiner geliebten Reinigungsmilch auf ein Reinigungsöl gesetzt.
Da man ein Reinigungsöl allerdings sehr leicht selbst machen kann, habe ich schon vor einiger Zeit geschaut, wie ich das am besten mische und einfach mal mit dem, was ich da hatte, herum experimentiert.


Wofür?

Produkte zum Reinigen eures Gesichtes sind wichtig. Wieso? Weil sie nicht nur dafür sorgen, dass das Makeup abends entfernt wird, sondern auch der übliche Schmutz, der sich im Laufe des Tages so ansammelt: Staub, Schweiß, Sebum... Daher reinige ich immer morgens und abends.
Morgens nehme ich eine sanfte Reinigungsmilch, da sie sehr schonend ist und wirkungsvoll, aber sanft die Cremerückstände und sonstiges der Nacht entfernt.
Abends setze ich wie erwähnt auf ein Reinigungsöl. Dieses entfernt sehr gut gerade das hauteigene Sebum. 
Wichtig ist mir zudem, dass das Produkt sehr sanft ist. Für mich bedeutet dies: keine (scharfe) Tenside, keinen Alkohol, keine Duftstoffe, keine reizende Peelingkügelchen oder sonstiges. Der Naturkosmetikmarkt gibt vieles her, aber leider kaum taugliche Reinigungsöle für meine Ansprüche. Daher mische ich selbst.


Wie wird es gemacht?

Wieso nicht einfach nur ein Öl nehmen? Weil Wasser das Öl selbst nicht lösen kann. Da braucht man dann einen zweiten Reiniger oder nimmt das Öl mit mechanischem Einfluss (Lappen oder ähnliches) ab. Das geht natürlich und letztendlich müsst ihr nach euren eigenen Ansprüchen entscheiden. Ich habe sehr lange meine Augen nur mit einem Öl abgeschminkt und anschließend das ganze Gesicht inkl. der Augen mit einer Reinigungsmilch. Das hat gut funktioniert und ich bekam alles abgewaschen. Allerdings waren mir zum einen zwei Schritte irgendwann zu blöd und zweitens wollte ich weg von dem hohen Verbrauch an Wattepads, die es hierfür benötigt hat. Ja, es gibt waschbare Wattepads und ich besitze solche auch, aber ich stand oft irgendwann ohne da, da ich noch nicht zum Waschen kam.
Daher ist die Lösung naheliegend: dem Öl einen Emulgator beimischen, der dafür sorgt, dass sich Öl mit Wasser verbinden kann und man somit alles entfernt bekommt. Somit erhält man eine supermilde Reinigung ohne Müllverbrauch, denn die Anwendung ist sehr einfach!


Zutaten

Mein erstes Experiment war nur auf 30ml ausgelegt, denn ich wollte nicht zu viele Rohstoffe verschwenden, falls es in die Hose geht. Am sinnvollsten ist es allerdings, um die 100ml anzumischen, da man dann nicht ständig neu mischen muss, aber es auch geleert werden kann, bevor die einzelnen Inhaltsstoffe kippen könnten. 
Wie immer gilt: sauber arbeiten, Gefäße desinifzieren, Mindesthalbarkeitsdatum eurer Produkte beachten!

Öl eurer Wahl
Emulgator eurer Wahl
Mischverhältnis: 10:1

Letztendlich müsst ihr entscheiden, was ihr drin haben wollt und welche Öle und Emulgatoren ihr nehmt. Ich wollte eigentlich erst mit Fluidlecithin arbeiten, aber nachdem ich mehrfach, auch im Rührforum gelesen habe, dass es etwas tricky sein kann, habe ich zu etwas anderem gegriffen.
Meine Mischung bestand aus Reiskeimöl, Avocadoöl und Polysorbat 80.
Ein bisschen in einschlägigen Seiten oder Foren stöbern und schauen, welche Eigenschaften der Öle euch zusagen und dann entscheiden!
Ich werde nun auch etwas experimentieren mit verschiedenen Ölen, aber wollte einfach erst das verwenden, was ich sowieso hier habe. Das Polysorbat habe ich in der Apotheke gekauft. Da meine Haut trocken ist und viel Pflege schluckt, fand ich reichhaltiges Avocadoöl super und habe Reiskeimöl als eher leichtere Ergänzung beigemischt. Ich habe die Öle übrigens 50:50 gemischt.


Anwendung

Ich erwähne es extra, da ich schon oft gelesen habe, dass ein solches Reinigungsöl falsch verwendet wird. Erst etwas Öl auf eure trockene (!) Haut einmassieren. Und zwar gründlich. Sanftes Massieren natürlich. Auch an den Augen müsst ihr nur etwas massieren und benötigt nichts extra dafür. Ab dem Punkt, an dem sich eure ganzes Makeup gelöst habt und ihr im besten Falle ausseht wie ein Panda mit Kriegsbemalung, könnt ihr euer Gesicht mit Wasser abwaschen ;)
Danach fühlt sich die Haut gereinigt, aber zugleich auch gepflegt an. Keine Reizung, keine Unverträglichkeit, denn natürlich bestimmt man selbst die Zutaten. Ihr solltet nur das Öl nicht _in_ eure Augen massieren.


Alles in allem erhält man so recht günstig ein super Reinigungsprodukt, welches nicht nur sanft ist, sondern auch auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Fazit: es ist zwar schön und bequem, bisher einfach das von Balea zu nehmen, aber ich denke, wenn ich meinen Bestand aufgebraucht habe, werde ich doch öfters mal selbst mischen. Macht Spaß, ist noch günstiger und ich kann selbst die Öle wählen =) Mein nächstes Projekt soll ein Cleansing Balm sein, denn ich glaube, der könnte noch reichhaltiger gebaut werden und ist sicher super für den Winter!


Über ein selbstgemachtes Reinigungsöl haben auch andere schon geschrieben: Incipedia, Kosmetik Vegan & Agata. Sehr auffallend, dass es mehr konventionelle Blogger gibt, die darüber berichten, denn eigentlich sollte das doch DAS Produkt für "uns" Naturkosmetikmädels sein!


Habt ihr schon mal etwas selbst gemischt, wenn ja was? Und  was ist euer liebstes Reinigungsprodukt? Mögt ihr Reinigungsöle?


Eure



Kommentare:

  1. Danke für den tollen Beitrag! Ich finde auch, dass die oil cleansing method DIE NK-Methode ist. Ich reinige auch gerne mit Öl. Meine Mischung ist im Moment Rhizinusöl mit Olivenöl 1:4 (im Sommer) oder Rhizinusöl mit Avocadoöl 1:4 (im Winter). Rhizinusöl wirkt ja ein wenig entzündungshemmend. Auf die Idee mit dem Emulgator bin ich noch nicht gekommen - vielen Dank! Wie nimmst du das Öl ab?

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    1. Olivenöl geht irgendwie gar nicht bei meiner Haut. Rhizinisöl ist aber auch was feines!
      Ich wasche es einfach mit Wasser ab. Durch den Emulgator geht das auch vollständig ab und man braucht weder Wattepads noch Waschlappen oder sonstiges. Einfach nur die Hände & Wasser!

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  2. Ich verwende etwas Aloe Gel (Aloe, Xanthan, Rokonsal) und 2,3 Tropfen Öl nach Wahl (Rizinus, Macadamia, Avocado etc). Meist als Tagescreme-Ersatz, aber auch zur stellenweisen Hautpflege statt Lotions etc und hier und da auch zum Abschminken.

    Günstig, effektiv, flexibel (Öl nach Laune & Bedarf) möglichst wenige Zutaten. :)

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    1. Und das geht ab trotz Aloe und Öl gemischt ohne Emulgator? Als Tagescreme stelle ich es mir dagegen super vor!
      Mische gerne Öl + Aloe zur Körperpflege. Da ist das gerade im Sommer praktisch =)

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  3. Vielen Dank für diesen Post liebe Valandriel!
    Ich habe kürzlich auch über ein DIY Reinigungsöl gebloggt. Ich habe die Variante ohne Emulgator, mit Tuch verwendet. Da kann dann ja jeder seine persönlichen Vorlieben ausleben.
    Wie du frage ich mich allerdings auch, warum diese Methode (besonders unter den Naturkosmetiknutzerinnen) nicht verbreiteter ist!? Sanfter und mit/ohne weniger Chemie geht es einfach nicht.
    Vielleicht müssen wir einfach konstant weiterhin darüber schreiben. ;-)

    Liebe Grüße
    Lena aka MrsRosemary

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    1. gerne! =)
      Tuch und Schwämme und sonstiges verwende ich einfach gar nicht mehr. Habe alles ausprobiert, aber wirklich nur mit Händen oder Wattepad ist es immer noch am sanftesten und meine Haut beschwert sich sonst langfristig wegen zu viel mechanischer Reizung. Aber die meckert schnell =)

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  4. Uiuiui, ein toller Post!
    Bisher habe ich nur Mandelöl zum Reinigen genommen – da ich aber mit einem Baumwolltuch nacharbeite, ging es erstaunlich gut ab und die Haut fühlte sich toll an. Ich kann mir vorstellen, dass Dein Produkt noch verträglicher ist, weil die „mechanische Reizung“ eben nicht so vorhanden ist.

    Grünste Grüße

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    1. Ja, das Öl geht auch pur sehr gut ab, aber nur wenn man eben nochmal nachreinigt, sei es mit Tuch oder zweitem Reinigungsprodukt. Daher war mir das "doppeln" irgendwann zu blöd und ich wollte alles in einem Schritt haben =)

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  5. Natürlich habe ich das Balea Reinigungsöl erst dann richtig wahrgenommen, als die Panik des Ausgelistet-Seins schon um sich griff. ;-D
    Habe ein Fläschchen hier und mag es sehr gern, da es eben in einem Schritt alles runterholt, ohne das ich hinterher wie eine Tomate im Gesicht aussehe.
    Danke für das schöne Rezept, ein DIY-Reinigungsöl klingt spannend und machbar, da auch nicht so aufwändig.
    LG!

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    1. Das ging wohl einigen so =) Ist auch echt das erste konventionelle Produkt seit langem, was mich so richtig begeistert in Punkto Pflegeprodukt!
      Ja, das Öl kann man wirklich leicht selbst machen und ich liebe solche Öle, da sie, wie du schon sagtest, nicht nur absolut mild sind, sondern man sich auch weitere Produkte wie Wattepads und ähnliches spart =)

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