Donnerstag, 7. April 2016

[DIY] Protein Leave In



Schon seeeeehr lange will ich euch über selbstgemachte Kosmetik berichten und komme doch nie dazu. Meist scheitert es an Fotos, denn so ein schnöder Beitrag ohne Foto ist ja dann auch eher suboptimal. Nun habe ich es endlich geschafft und möchte euch daher mein erstes Projekt zeigen! Ich mische schon seit Jahren ab und an Produkte selbst, angefangen hat alles natürlich mit Haarprodukten. Daher bekommt ihr heute das Protein Leave-In zu sehen!


Wofür?


Es gibt Haare, die benötigen eher Feuchtigkeit und es gibt Haare, die benötigen eher Protein. Manche benötigen auch beides. Meine Haare brauchen in erster Linie Protein (wohl durch das ständige jahrelange Tönen), doch auch Feuchtigkeit muss ich ihnen zuführen. Meine Haarpflege basiert daher nebst Conditioner auf selbstgemachten Kuren, auf Feuchtigkeit durch Aloe Vera und auf Ölen und Haarcremes und letztendlich auf Protein. Es gibt zwar Produkte mit Protein fertig zu kaufen, aber sie reichen für meine Haare nicht gänzlich aus. Zudem benötigen gerade meine Spitzen etwas mehr Protein als der Rest und da komme ich mit einem Shampoo gar nicht hin (ich wasche nur die Kopfhaut) und mit einer Spülung erreiche ich die restlichen Längen sonst nicht. Daher erweitere ich meine Pflege durch ein selbstgemachtes Protein Leave-In.
Wer nicht so genau weiß, was seine Haare benötigen, dem sei der Wet Assessment Test aus dem LHN empfohlen, der zumindest mal einen ersten Hinweis liefern kann.


Wie wird es gemacht?

Die Idee basiert auf einem Rezept von Alanna aus dem Langhaarnetzwerk. In der Originalform habe ich es noch nie gemischt, da ich das Rezept von Anfang an abgeändert habe. Da ich schon eine Weile bei derselben Mischung angekommen bin, die ich nur minimal variiere, möchte ich meine Mischung heute mit euch teilen!
Ich mische nur 50ml an, manchmal sogar auch nur 30ml, da ich nicht konserviere, sondern nur im Kühlschrank aufbewahre und Proteine nicht nicht sonderlich stabil sind. Generell sei empfohlen, entweder nur kleine Mengen anzumischen oder in irgendeiner Form zu konservieren. Ihr behandelt damit zwar "nur" eure Haarlängen und es kommt nirgendwo auf die Haut, aber dennoch sind gekippte Produkte einfach nur eklig. Auch möchte ich euch eine saubere Arbeitsweise ans Herz legen. Ihr werdet die die Sauberkeit eines Labors nie erreichen, aber dennoch kann man einige Regeln beherzigen: auf sauberer Unterlage arbeiten, die mit Küchentüchern ausgelegt ist, das Gefäß auskochen und sterilisieren, mit sauberen Händen arbeiten, Inhaltsstoffe sauber entnehmen usw.
Die Zutaten lassen sich natürlich auf verschiedene Mengen umrechnen und je nach Haar werdet ihr von manchem etwas mehr oder weniger Produkt benötigen - hier müsst ihr euch am besten ran tasten. Notiert euch daher immer eure Mischung, damit ihr beim finalen Produkt auch noch wisst, was ihr da eigentlich fabriziert habt ;)


Zutaten für 50ml

35ml destilliertes Wasser
15ml Sandelholzhydrolat
20 Tropfen Weizenprotein
10 Tropfen Aloe Vera 10fach konzentriert
10 Tropfen D-Panthenol

Destilliertes oder zumindest gefiltertes Wasser benutze ich daher, da wir hier sehr kalkiges Wasser haben und ich nicht noch extra Kalkablagerungen im Haar zufügen muss. 
Das Sandelholzhydrolat hat ehrlich gesagt keine besondere Wirkung, außer eben dem ganzen etwas "Duft" zuzuführen. Achtet bitte bei der Wahl des Hydrolates auf den Verzicht von Alkohol, gerade bei langen Haaren und größeren Mengen trocknet dieser nämlich aus. 
Das Weizenprotein nehme ich deswegen, da ich kein Seidenprotein verwenden möchte. Für mich sind beide gleich gut, denn ich konnte mittels einer Probe von jemand anderem mal testen, daher fällt die Entscheidung klar für das vegane Protein aus. Wer möchte, kann auch (stattdessen oder zusätzlich) Vithaar verwenden, das enthält zwei pflanzliche Proteine, Biotin und Aminosäuren. Dafür enthält es aber Alkohol, was bei geringer Konzentration von maximal 1-2% im Endprodukt nicht so dramatisch ist.
Aloe Vera und D-Panthenol setze ich ein, um nochmal extra Feuchtigkeit zu spenden, denn Panthenol hat auf Haar eine feuchtigkeitsspendende bzw. bindende Eigenschaft und Aloe Vera spendet auf Haar ebenfalls Feuchtigkeit.
Dies ist das Rezept, wie ich es so gut wie immer verwende, denn nur manchmal drehe ich etwas. Derzeit habe ich noch etwas Vithaar hier und manchmal füge ich der ganzen Mischung noch 1-3 Tropfen Öl nach Wahl hinzu (meist Brokkolisamenöl).


Anwendung

Ich mische mein Leave-In immer in eine Sprühflasche, denn so lässt es sich am optimalsten auftragen. Theoretisch könnt ihr das Produkt täglich verwenden, aber das müsst ihr wie immer selbst herausfinden. Manche können nur phasenweise Proteine zufügen, andere brauchen es täglich. Ich verwende es meist alle zwei Tage und sprühe damit meine Längen ein. Manchmal beginne ich schon ab Ohrhöhe damit, manchmal mache ich nur das untere Drittel der Haare. Die Spitzen bekommen auch zwischendurch mal einen extra Sprüher. 
Bevorzugt benutze ich das Spray abends nach dem Haare kämmen, denn da habe ich die Zeit dafür, meine Haare ordentlich zu kämmen und zu behandeln. Oft folgt nämlich noch ein Klecks Haarcreme, die sich auf feuchtem Haar zum einen besser verteilen lässt und zum anderen so noch die Feuchtigkeit einschließt. Über Nacht kann auch alles optimal einziehen, sodass ich mich morgens ganz normal frisieren kann.


Kennt ihr solche Leave-Ins? Achtet ihr auf Proteinzufuhr für eure Haare? Und wie findet ihr dieses Rezept, würdet ihr es testen?


Eure



Kommentare:

  1. Hallo Valandriel,
    ich habe vor einem Jahr oder so ein ähnliches DIY-Proteinspray gepanscht und einen Blogpost geschrieben. Ich habe Seidenprotein verwendet.
    Ich freu mich, dass Du den Post geschrieben hast, ein guter Reminder an mich, mir auch mal wieder eine Mischung zu machen, das ist meinem Haar echt gut bekommen! ;-)
    Liebe Grüße
    Meike

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    1. Ah, das klingt auch gut =) Dann mische es doch nochmal, wenn es so toll für deine Haare war - meine lieben es total =)

      Liebe Grüße
      Valandriel

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  2. Ich suche tatsächlich schon länger ein Leave In zum Sprühen hab aber noch nichts gefunden, was ich auch kaufen würde. Da werd ich mir eher Weizenprotein bestellen und das nachrühren, klingt nämlich super und die restlichen Zutaten hätte ich sogar daheim :) Danke fürs Zeigen!
    Liebe Grüße

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    1. Bitte =) Ich war auch total erfreut, als ich das Leave-In gefunden hatte, denn die zum Kaufen überzeugen mich auch nicht sonderlich =) Berichte dann doch mal, wie es bei dir funktioniert!

      LG Valandriel

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  3. Meine Haare werden mit Proteinen mehr verknotet. Drum freue ich mich umso mehr, falls du uns mal was für mehr Feuchtigkeit zeigst.

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    1. Ja, nicht jedes Haar benötigt mehr Protein =) Da ich allerdings nur dieses Leave In mische, musst du damit vorlieb nehmen - geht aber gut, wenn man das Protein weglässt und dafür mehr auf Aloe Vera und Panthenol setzt, kann man ja bei Bedarf noch nur flüssige Feuchtigkeitsspender/Binder ergänzen =)

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